Prime Select AG München stellt Renditezahlungen ein

Die Firma Prime Select AG kauft Lebensversicherungspolicen von solchen Kunden, die sich von diesen Kapitalanlagen trennen möchten. Bundesweit waren Anlageberater für die Prime Select AG unterwegs, die dem Kunden ein lohnendes, renditeträchtiges Geschäft für den Fall der Übertragung seiner Rechte auf die Prime Select AG versprachen. In einem hier vertretenen Falle eines Anlegers wurden von der Prime Select AG zugesagte monatliche Renditezahlungen ohne weitere Erklärung 2011 eingestellt. Nach einer Übertragung eines Wertes von gut 50.000,00 € gab es in diesem Fall nach wenigen Jahren ein böses Erwachen für den Kunden.

Jetzt muss die Öffentlichkeit erfahren, dass die Prime Select AG insolvent ist. Am 14.03.2012 hat die Gesellschaft bei dem Amtsgericht München zu dem Az.: 1504 IN 798/12 eine ,,vorläufige'' Insolvenz angemeldet. Es steht zu befürchten, dass die Anleger von der ,,Masse'' nichts mehr erhalten. Die Staatsanwaltschaft bei dem Landgericht München hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, weil möglicherweise der Verdacht eines eingerichteten ,,Schneeballsystems'' nicht von der Hand zu weisen ist. Das bedeutet, dass Zahlungsansprüche von Altkunden immer nur dann ausgeglichen werden konnten, wenn neue Verträge abgeschlossen wurden und damit neues Geld in die Kassen von Prime Select floss.

Die Anleger stehen aber nicht aussichtslos da, weil teilweise angesehene Vermittlungsgesellschaften diese Form der Kapitalanlage den Privatanlegern ans Herz legten und vermittelten. Wir haben nach hier gewonnenen Einsichten feststellen müssen, dass die Beratungen der Einzelanleger durch professionelle Vermittler in vielen Fälle einer rechtlichen Überprüfung im Hinblick auf Beratungsverschulden nicht standhalten. Es stellt sich in vielen Fällen die Frage, ob dem durchschnittlichen Anleger das Anlageprodukt und die Risiken hinreichend erklärt wurden.

Immerhin wurde aus einer Kapitallebensversicherung heraus an einen Aufkäufer derselben Sparte investiert. Wir sehen hier keine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage des Anlegers durch diese ,,Umschichtung'' im Verhältnis zu seinen ursprünglichen Ansprüchen gegen eine Kapitallebensversicherung.

Ob neben Ansprüchen gegen Vermittlungsunternehmen auch Ansprüche gegen ein weiteres Unternehmen, in das angebliche Kapital der Prime Select AG investiert worden sein soll existieren, bedarf ebenfalls einer genauen Prüfung.

Die Anwaltskanzlei Vogelskamp will verunsicherten Anlegern der Prime Select AG mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Wir gehen davon aus, dass möglichst schnell in der gegenwärtigen Situation gehandelt werden muss, damit der Verlust der Anleger in Grenzen gehalten werden kann.